Fossilien und Kunst

Text: Hendrik Hackl, Ute Maag (ubibene-magazin)
Fotos: Elles Magermans, Hendrik Hackl, Stockfotos


EINFÜHRUNG

Ein Fossil als Kunstobjekt? - Die bekannte deutsche Künstlerin Mary Bauermeister, Vordenkerin der späteren Fluxus-Bewegung bemerkt zu dieser Frage: "Wer annimmt, man brauche zur Kunst einen Pinsel und Farbe, Meisel und Marmor, Ton oder Gips, der vergisst den Reichtum der Natur."


Buckland's Wings - Wandskulptur von Hendrik Hackl
Wandskulptur - "Buckland's Wings" - 180 x 60 cm - Ammonit, Olivenholz

Seit Jahrtausenden sind Menschen fasziniert von den "merkwürdigen Gesteinen" - sie sammeln sie, verwenden sie als Talismane und Schmuckstücke, Fossilien sind Dekorationsobjekte, sie sind Familienerbstücke, Grabbeigaben und Mysterium. Lange Zeit einfach nicht erklärbar, sagenumwoben und inspirierend.

Die Menschen bilden die Versteinerungen künstlerisch ab, sie benennen sie nach ihren Göttern, verwenden sie als Medizin, religiöses Symbol und spirituellen Gegenstand. Sie beeinflussen Künstler, Designer, Baumeister, Schriftsteller und Filmemacher. Gefundene Riesen-Knochen und Zähne lassen Sagen und Märchen entstehen, sogar Musikstücke werden diesen sonderbaren "Steintieren" gewidmet - einfach magisch diese Fossilien.

Doch was fasziniert die Menschen an diesen Fundstücken? Ist es die ungeklärte Herkunft dieser vorzeitlichen Artefakte? Das Aussehen? Eine mögliche Spur in unsere eigene Vergangenheit? Der Abdruck einer längst vergangenen Zeit?

Amenophis IV., auch Echnaton genannt (14. Jhdt. v. Chr.) hinterlässt uns hierzu eine erste niedergeschriebene Aussage. Der für seine kulturellen, religiösen, vor allem aber für seine künstlerischen Reformen bekannte ägyptische Herrscher äußerte, "...dass man nicht das Gestein selbst verehre, sondern das Wesen, das sich in ihm offenbart..."

Echnaton und Nofretete
Echnaton und Nofretete

KUNSTWERKE MIT AMMONITEN

Dass diese inhaltsvollen Steine nicht nur eine "Sache" sind - sondern ehemals ein lebendes Tier, war den frühen Menschen aber lange nicht wirklich bewusst. Die rezent lebenden Tiere und Pflanzen in der näheren Umgebung sahen zumeist wesentlich anders aus. Die gefundenen Versteinerungen waren fremdartig - die Tiere in den Steinen weitestgehend unbekannt. Doch manch eingesammeltes Objekt war einfach nur aufgrund seiner außergewöhnlichen Ästhetik äußerst anziehend.

Beispielsweise waren Ammoniten schon in der menschlichen Frühzeit sehr beliebt, was sie vermutlich schon alleine ihrer spiralförmigen Schalenerhaltung zu verdanken haben.

So scheint der unbekannte prähistorische Künstler die fossilisierte "Schnecke" exakt studiert zu haben, als er sich entschloss, einen Ammoniten im 15. Jahrtausend v.Chr. an seine Höhlenwand zu malen. Seine klar erkennbare Abbildung ist eine der ersten ihrer Art und wurde in der Grotte de l'Ammonite nahe der französischen Stadt Angouleme entdeckt.

Künstlerische und handwerkliche Bearbeitungen von Ammoniten findet man auch bei der frühen Schmuckgestaltung. Immer wieder tauchen bei archäologischen Ausgrabungen durchbohrte und bearbeitete Fossilien auf, die wohl an einem Lederband als (Schmuck? -) Amulett getragen wurden. Die ältesten Zeugnisse hierfür wurden in der jungpaläolithischen Rentierjägerstation Keßlerloch im schweizerischen Thayngen entdeckt und sind zwischen 13.000 und 11.000 Jahre alt.

Ammoniten als Stempel
Ammoniten wurden oft auch als Zierstempel verwendet

Forscher stoßen in der "Cuevas de los manos" in Patagonien auf 8.000 Jahre alte Tonscherben die der mittelsteinzeitlichen Toldensischen Kultur zuzuordnen sind. Die Töpfer verwendeten besonders stark ausgeprägte Ammoniten als Zierstempel, um ihre Gefäße künstlerisch zu verschönern.

Historisch betrachtet, finden sich über die Jahrtausende schier endlos Belege dafür, dass Fossilien im Leben der Menschen immer eine gewisse Bedeutung hatten und noch immer haben.


FOSSILIEN UND SPIRITUALITÄT

Ob es sich beispielsweise in vorgeschichtlichen Grabanlagen aufgefundene Fossilien um einfach "nur" einen besonderen persönlichen Besitz des Verstorbenen handelte - ein Dekorationsstück, ein Sammlerobjekt, so wie wir auch heute zur Freude noch Fossilien sammeln - oder ob man der Grabbeigabe magische Kräfte zuschrieb und die Versteinerung eher ein religiöser Kultgegenstand war, ist weitestgehend ungeklärt.

Sicherlich aber lässt sich aber sagen, dass zwischen den drei äußerst weitläufigen Begriffen Natur, Kunst und Spiritualität eine sehr enge Verknüpfung besteht - die Bedeutung der Fossilien dabei ist themenübergreifend.

Steckte ein Aberglaube dahinter, als die Menschen Ammoniten in ihre Hausfassaden einmauerten? Oder diente dies lediglich der Verschönerung und Zierde des Gebäudes? Sind die nachgebildeten Ammoniten in Kapitellen von Kirchen die Überreste eines längst vergangenen heidnischen Ammonitenkultes oder einfach nur Kunst am Bau?

Korinthisches Wandrelief
Korinthisches Wandrelief

Von neolithischen Künstlern wurden aus Bernstein in aufwändiger, bildhauerischer Handarbeit Objekte als Kultgegenstände gefertigt. Bei Grabungen stieß man auf detailliert ausgearbeitete Bernsteinfiguren, die auf einen Ahnenkult dieser frühgeschichtlichen Menschen schließen lassen. Aus dem fossilen, versteinerten Baumharz bestehen auch kunstvoll geschnitzte Phallus-Figuren, wahrscheinlich als Symbol für Zeugungskraft oder auch als Talisman für Fruchtbarkeit verwendet. Erst viel später erfuhr der Bernstein seine Bedeutung als Schmuckstein, die sich bis in unsere heutige Zeit erhalten hat.

SAGEN UND GESCHICHTEN

Schon immer waren die Menschen von Geschichten und der Erzählkunst fasziniert. Sagen wurden meist mündlich weitergegeben, über Generationen fantasievoll und dramatisch ausgeschmückt, später gesammelt und aufgeschrieben. Grundlage zahlreicher Märchen und Sagen waren dabei vermutlich fossile Ablagerungen.

Der Drachentöter
Der Drachentöter

Aufgefundene überdimensionale Knochen und Zähne vom Mammut und anderen eiszeitlichen Säugern nährten den Glauben, dass es sich dabei um die Gebeine von riesenhaften Menschen handeln müsse. Die Ähnlichkeit der Funde mit dem menschlichen Skelett inspirierten die Geschichtenerzähler zu immer fantasievolleren Legenden und Tragödien - Einiges davon begegnet uns auch heute noch in neuzeitlichen Fantasygeschichten, Märchen und Romanen.

Etwa zeitgleich mit der Entstehung der Riesensagen, tauchten in Geschichten, Legenden und Liedern sehr häufig geflügelte Drachen, mit riesigen Zähnen bewehrte Lindwürmer und ähnliche Furcht erregende Wesen auf. Grundlage dieser Sagen, in denen immer auch menschliche Helden eine große Rolle spielten, sind wahrscheinlich Knochenfunde von schwimmenden Sauriern. Niedergeschriebene Beobachtungen - "...ein Körper, wie wenn man eine Schlange durch eine Schildkröte gefädelt hätte..." - lassen darauf schließen, dass es sich wohl um die Knochen versteinerter Plesiosaurier handelte. Die langen, spitz zulaufenden Paddel der prähistorischen Jäger wurden dabei wohl als Flügel der Drachen gedeutet.

Plesiosaurus
Plesiosaurus hawkinsii

Die damalige Unkenntnis über die vorzeitliche Flora und Fauna verleitete die Menschen häufig dazu, die Fossilienfunde mittels Religion, Aberglauben und daraus hervorgehenden fantastischen und mystischen Geschichten in ihr bestehendes Weltbild einzubinden.


ERKLÄRUNGSVERSUCHE

Erst mit dem Zeitalter der Aufklärung, als es erste Versuche gab, die Rätsel der Natur zu erforschen, näherte man sich vorsichtig den Fragen nach der Herkunft dieser, im Stein eingeschlossenen Tiere. Fragen, wie beispielsweise die Muschel auf den Berg kommt, standen ab dem 15. Jahrhundert ständig zur Debatte.

Dabei kam es sehr oft zum heftigen Disput zwischen den Theorien und Erklärungsversuchen der Naturphilosophen und der mächtigen katholischen Kirche. Die Schöpfungsgeschichte galt damals - und in manchen Gebieten auch heute noch - als maßgebend und unumstößlich.

Wissenschaftler an den Universitäten, Intellektuelle und auch Künstler beschäftigte die Herkunft der versteinerten Zeitzeugen, sie machten ihre Studien und notierten dazu ihre dabei gemachten Beobachtungen. So schrieb einer der bedeutendsten Künstler der Renaissance Leonardo Da Vinci zwischen 1508-1518 in seine Notizbücher:

"Da die Dinge weit älter sind als die Buchstaben, darf es nicht verwundern, wenn in unserer Zeit keine Aufzeichnungen darüber existieren, wie sich die erwähnten Meere über so viele Länder erstreckten...Uns genügt jedoch die Beweiskraft der Dinge, die im Salzwasser entstanden und nun in den Gebirgen wiederzufinden sind, bisweilen in weiter Ferne von den Meeren."

Heute wissen wir, dass es nicht gerade einfach ist, dass sich ein ehemals lebendes Tier in einen "Stein" verwandelt, dass die Erhaltung als Fossil eine seltene Ausnahme im natürlichen Prozess von Werden und Vergehen darstellt - normalerweise zerfällt der Organismus nach dem Absterben in seine chemischen Bestandteile. Es müssen schon ganz besondere Voraussetzungen gegeben sein, damit wenigstens die widerstandsfähigsten Hartteile eines Lebewesens die Jahrmillionen überdauern können.

FOSSILES BAUMATERIAL

Sehr viele tierische Überreste der urzeitlichen Meeresbewohner sind jedoch auf den ehemaligen schlammig-sandigen Meeresboden abgesunken und wurden allmählich mit weiteren Sedimenten überdeckt. Sie sind darin luftdicht eingeschlossen, sozusagen für die Ewigkeit konserviert. Die Last der vielzähligen Sedimente und der Druck durch Verschiebungen der "Platten" verfestigten den ehemaligen Meeresgrund - er wird im Laufe der Zeit zum Stein.

Der Solnhofener Plattenkalk
Solnhofener Plattenkalk mit eingeschlossenem Ammoniten

Architekten und Baumeister entdecken Jahrmillionen später diesen versteinerten, fossilienhaltigen Meeresboden für sich und ihre Arbeit und verwenden ihn als dekoratives und unikates Baumaterial im Innenbereich von Häusern, öffentlichen Gebäuden, Kirchen und Palästen. Das Gestein wird in Platten geschnitten, geschliffen und aufpoliert, so dass das spannende, prähistorische Innenleben sichtbar wird. Der Treuchlinger und Ruhpoldinger Marmor, der Sollnhofer Plattenkalk und Ammonitico Rosso finden als Bodenbelag, Wandverkleidung und Fensterbank Verwendung - Schiefer aus Holzmaden mit seinen darin abgelagerten, attraktiv-goldfarben, pyritisierten Ammoniten findet man als zeitlos moderne Wandvertäfelung wieder.


BERNSTEINZIMMER

Das wohl berühmteste Beispiel für die Verwendung von Fossilien für Kunst am Bau dürfte das seit 1945 unauffindbare Bernsteinzimmer sein. Das vom ersten Preussenkönig Friedrich I. in Auftrag gegebene "Zimmer" besteht aus künstlerisch gestalteten Wandpaneelen, die vom Bildhauer und Architekten Andreas Schleifer entworfenen und komplett aus Bernstein gearbeitet wurden. Das auch als achtes Weltwunder bezeichnete Bernsteinzimmer wurde 1706 begonnen und zumindest teilweise in den den weissen Saal des Berliner Stadtschlosses eingebaut.

Über einen Tauschhandel gelangte das spektakuläre Kunstwerk nach Russland und wurde provisorisch erst im St. Petersburger Winterpalast und dann in seiner ganzen Pracht im Katarinenpalast in Zarskoje Selo installiert.

Bernstein aus dem Schwedischen Bernsteinmuseum
Bernstein aus dem Schwedischen Bernsteinmuseum

Dort beschlagnahmten 1941 deutsche Wehrmachtsoldaten das Bernsteinzimmer. Es wurde abgerissen, nach Königsberg gebracht und dort teilweise ausgestellt. Die vorrückende russische Armee und der Luftkrieg veranlassten die Verantwortlichen, die Paneelen mit den Mosaiken in 28 Kisten verpacken zu lassen. Seitdem verliert sich die Spur des einzigartigen Objekts...


JURASSIC PARK

Eine weitere Kunstform, die sich mit Fossilien beschäftigt, ist das Kino. Nachdem die Verfilmungen von Romanen, wie beispielsweise Gullivers Reisen und seinem Aufenthalt im Land der Riesen, oder Käptn Nemo in seiner Nautilus 20.000 Meilen unter dem Meer, mehrfach aufgelegt, sehr erfolgreich waren, schafften es 1993 die Dinos in die Lichtspielhäuser. Einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten - Stephen Spielbergs Jurassic Park - geht jetzt bereits in die sechste Folge.

Die ehemals Furcht einflößenden und verstörenden Saurierfunde, sagenumwoben und Unheil bringend, haben durch ihre cineastische Wiederauferstehung ein sensationelles Come-Back gefeiert. Kaum ein Kind, das nicht die komplette Sammlung an Dino-Figuren im Regal stehen hat - auch als Kuscheltiere und Prints auf allererlei Nützlichem und Unnötigem begegnen uns die vorzeitlichen Giganten nahezu täglich.


MUSIKALISCHE FOSSILIEN 

The Rolling Stones
Dinosaurier der Rockgeschichte - The Rolling Stones

Immer seltener werden dagegen die sogenannten Dinosaurier im Musikbusiness. Eine rare Spezies ist endgültig vom Aussterben bedroht, wenn die wenigen, noch verbliebenen Musiker und Bands mit ihrer mehr als 50-jährigen Bühnenpräsenz, gigantischen Welttourneen und monströsen Live-Shows endgültig in Rente gehen. So ist beispielsweise ein Konzertauftritt der legendären Rolling Stones sicherlich nicht nur wegen des Musikgenusses zumeist ausverkauft. Der Besuch dieses Ereignisses ist auch aus zoologischer Sicht sehr spannend - wann hat man denn sonst noch die Gelegenheit, Fossilien beim fröhlichen Musizieren zusehen? Wahrscheinlich kann lediglich ein weiterer fataler Meteoriteneinschlag diese Dinosaurier endgültig auslöschen - weitere Generationen dürfen sich freuen!

Im Laufe des 19. Jahrhunderts kreieren berühmte Komponisten wie Smetana und Mussorgski die sogenannte Programmmusik. Als ein weiterer Vertreter dieses neuartigen Stils sei hier der französische Musiker und Komponist Camille Saint-Saëns und seine Komposition Der Karneval der Tiere erwähnt.

Bei dieser bemerkenswerten Komposition, die am 9.März 1886 uraufgeführt wurde, spielen wiederum Fossilien eine interessante Rolle. Das Stück umfasst 14 kurze instrumentale Sätze, die jeweils von Wortbeiträgen unterbrochen werden. Im 12. Abschnitt wird das Thema Fossilien stellvertretend für den Tod, die Vergänglichkeit musikalisch interpretiert - erstmals wird in einem Orchester ein Xylophon eingesetzt. Die Metallplättchen des Instruments, mit fast steinharten Holzklöppeln angeschlagen, erzeugen bei der wirbelnden Melodie die akustische Assoziation vom Tanzen klappernden, versteinerten Fossilienknochen.


HENDRIK HACKL

Die Marokkanische Sahara
Die Marokkanische Sahara bei Merzouga

Etwas mehr als einhundert Jahre nach der Uraufführung dieses Musikstücks findet der Mannheimer Künstler Hendrik Hackl in der Marokkanischen Sahara seinen ersten Ammoniten im heißen Wüstensand nahe der Stadt Erfoud. Im ersten Augenblick fasziniert ihn die äußerlich ansprechende ästhetische Form der gefundenen Steine und er kauft einem befreundeten Fossilienhändler einige weitere, aufgeschnittene und polierte Exemplare ab. Neben Schönheit und Farbigkeit der bearbeiteten Ammoniten fasziniert den Künstler auch ihre Einzigartigkeit, ihr Alter und die Vielfalt in Form und Größe. Er erfährt, dass er urzeitliche Tintenfische aus dem Jurameer in den Händen hält. Etwa 165 Millionen Jahre alt! Ein fast unfassbar weiter Blick zurück!!

Schmuckobjekt mit Ammonit
Schmuckobjekt - Ammonit, 18 kt Gold, Kautschukband


Das Urerlebnis im Norden Afrikas beschäftigt den gelernten Zahntechniker auch noch zuhause in Mannheim und er beginnt, die mitgebrachten Fossilien in tragbare Schmuckstücke einzubetten - bald darauf in Wandobjekten und Skulpturen.

Jedes einzelne prähistorische Fundstück betrachtet der Künstler dabei als versteinerten Zeitzeugen der Evolution und der etwa 3,5 Mrd Jahre alten Geschichte unseres menschlichen Körpers. Er stellt es in den Mittelpunkt seiner Arbeit, verwandelt es in ein Kunstwerk - verhilft ihm sozusagen zu einem zweiten, neuen Leben.

Seit 1989 arbeitet der Mannheimer Bildhauer mit den Jahrmillionen - Sein künstlerischer Ansatz definiert sich durch seine vielfältigen handwerklichen Fähigkeiten. Breit ausgebildet verbindet er in seinen Objekten Handwerk, Design, Kunst und Technik auf ästhetische Art und Weise. Auch seine künstlerischen Fossilienpräparate haben inzwischen global einen einzigartigen Ruf. "Mir ist es wichtig, diese unglaubliche Faszination der Geschichte künstlerisch umzusetzen", sagt er - und damit begeistert er auch andere Menschen, die staunend vor seinen Arbeiten stehen. Seine Werke adeln auf eine sehr originäre Weise die Evolutionsgeschichte, indem er wenig hinzugestaltet, als die Objekte neu, eben anders als bekannt, arrangiert, bearbeitet und damit definiert.

Let's just kiss and say Goodbye
Wandskulptur mit versteinerten Fischen - "Let's just kiss and say Goodbye" - 180 x 70 cm

DIE GESCHICHTE IST LEBENDIG

Ein Ammonit ist ein Fossil, ein Kopffüssler, der vor Jahrmillionen versteinert wurde. Dieser Ammonit erzählt eine Geschichte, von der Entstehung dieser Erde, von sich selbst und letztlich auch von uns, die wir als Menschen - in erdgeschichtlichen Dimensionen gedacht - erst seit Kurzem die Erde bevölkern. Die Evolution, die Entwicklung von Flora und Fauna, lässt sich anhand solcher Funde präzise nachweisen und erlaubt uns einen Blick auf frühere Zeiten, einen Blick in die Vergangenheit.


KUNST TRIFFT EVOLUTION

Hendrik Hackl rückt manch selbstgefällige, mensch-zentrierte Sichtweise gerade, ordnet die erdgeschichtlichen Verhältnisse neu ein - und dies vor allem mit einem profunden Wissen und einer Begeisterung, die ansteckend wirkt. Seine ästhetisch anmutenden, teils humoristischen Werke sind Momentaufnahmen der Evolution: Hier findet Vergangenes zu einer lebendigen, künstlerisch hochspannenden - und zugleich ungezwungen zeitlosen Form.


"Olearum V" - Skulptur - 140 cm - Ammonit, Olivenholz, Eisensockel

EWIGE MATERIALIEN

Hendrik Hackl verbindet seine Fossilien mit verschiedenen Naturmaterialien, denen ohnehin schon ein gewisser Reiz innewohnt. So dient zum Beispiel Olivenholz als Unterbau für eine Ammonitenskulptur. Der Olivenbaum ist in seiner Knorrigkeit und Unverwüstlichkeit ist ein Symbol des Wachstums. Ein warmes Material, anschmiegsam und doch von einer steten Festigkeit. Ob Schiefer, versteinertes Holz oder Eisen – Hendrik Hackl kombiniert und gibt jedem Fossil den passenden unverwechselbaren Rahmen. Allen verwendeten Materialien ist eines gemein: sie sind fest, gewachsen, unzerbrochen und beständig.

ZEITLOSE KUNSTOBJEKTE

Die vielfältigen Arbeiten von Hendrik Hackl bestechen durch ihr zeitloses Design. Jahrmillionen alte Fossilienfunde aus der ganzen Welt sind der wesentliche Kern eines jeden Kunstwerks. Ob Skulptur, Wandobjekt oder Schmuckstück – alle Unikate sind an jedem Ort eine Augenweide.

Ammonitus kaeverndalensis
Kunst im öffentlichen Raum - Ammonies giganteus kaeverdalensis